Qualitätshandbuch

1. Vorwort

2. Befriedigung körperlicher Grundbedürfnisse

2.1. Ernährung


2.2. Bewegung

2.3. Ruhe und Erholung

2.4. Körpererleben


3. Entwicklungsfördernde Gestaltung von Beziehungen

4. Erfahrungen und Lernen

5. Kinderkultur

6. Integration

7. Bildungskonzept


1. Vorwort
In allen Dienstleistungsunternehmen -und hierzu gehört auch die "Villa Kunterbunt" - wird über Qualität gesprochen. Mit der großflächigen Ausdehnung gesundheitlicher, sozialer und pädagogischer Einrichtungen - im Kindergartensektor haben wir regional fast die Vollversorgung erreicht - stellt sich nicht nur die Frage nach den vertretbaren Kosten, sondern insbesondere nach der Güte und dem Wert der erbrachten Leistungen. Maßstab aller Bewertungen sind insbesondere in einer Einrichtung, deren Träger eine Elterninitiative ist, die Wünsche und Bedürfnisse der Kunden: Kinder und Eltern, aber auch Kostenträger und Mitarbeiterinnen. Unser Handbuch, das sich weitgehend an den Überlegungen des "Kronberger Kreis" für Qualitätsentwicklung in Kindertageseinrichtungen orientiert, ist eine Diskussionsgrundlage für alle Kundengruppierungen. Qualitätssicherung und Qualitätsentwicklung werden uns in der Zukunft laufend beschäftigen, Kundenwünsche und -bedürfnisse verändern sich permanent. Auch zur Sicherung des Bestandes der Einrichtung werden wir uns darauf einstellen und unsere Leistungen und Angebote einer selbstkritischen Prüfung unterziehen und unser Handeln darauf abstimmen.


 2. Befriedigung körperlicher Grundbedürfnisse

 2.1. Ernährung

 2.1.1. Allgemeine Ernährungsphilosophie in der Villa Kunterbunt
  • Gemeinsame Mahlzeiten mit den Kindern sind uns wichtig.
  • Wir bieten den Kindern ein gesundes und ausgewogenes Essen an.
  • Obst und Gemüse sowie verschiedene Getränke stehen den Kindern ganztägig zur Verfügung, dies wird vom Verein subventioniert.
  • Wir versuchen weit möglichst besondere und notwendige Speisegewohnheiten verschiedener Kinder zu berücksichtigen. Die Eltern bitten wir, diese uns mitzuteilen.
  • Das Pflegen und Fördern einer altersgemäßen Tischkultur ist uns wichtig. Dazu gehört u. a. ein ansprechend gedeckter Tisch, das Essen mit Besteck und die Motivierung der Kinder, auch ungewohnte Speisen zu probieren und nicht pauschal abzulehnen. Die Kinder werden in die Gestaltung der Mahlzeiten mit einbezogen.
 2.1.2. Das Frühstück
  • Wir bieten für alle Kinder der Einrichtung ein Frühstück an. Dieses ist möglich, da zusätzlich zu unserer „großen Küche“ in jeder Gruppe eine eigene Küche vorhanden ist.
  • Frühstück halten wir für alle Kinder für wichtig!
  • Die erste Verantwortung für das Frühstück der Kinder liegt bei den Eltern. Die Zweite liegt bei den Erzieherinnen.
  • Lebensmittel für das Frühstück werden in der Regel von den Mitarbeiterinnen zusammen mit den Kindern eingekauft; dies ist gleichfalls eine Möglichkeit, Alltagserfahrungen in den Kindertagesstättenablauf zu integrieren.
  • Bei personellen Engpässen oder auch witterungsbedingten Situationen sind wir auf die Bereitschaft der Eltern angewiesen, den Einkauf zu übernehmen
  • Für unser gemeinsames Frühstück sammeln wir pro Monat und Kind einen Betrag von 3,60 Euro ein. Wir bitten die Eltern den Betrag rechtzeitig  bei den Mitarbeiterinnen der jeweiligen Gruppe zu bezahlen.
  • Wir legen Wert darauf, mit den Kindern gemeinsam das Frühstück zuzubereiten.
  • Frühstückszeiten: In den Frühdienstgruppen ab 7.00 Uhr, in der Stammgruppe ab 8.00 Uhr. Beendet wird das Frühstück in der Regel gegen 10.00 Uhr.
  • Im Bedarfsfall besteht selbstverständlich die Möglichkeit, eine Zwischenmahlzeit einzunehmen. Sprechen sie dies bitte mit der Gruppenleitung ab.
  • Die Teilnahme von Eltern und/oder Geschwistern am Frühstück in der Gruppe ist nach Absprache mit den Gruppenerziehern möglich.

 2.1.3.Das Mittagessen
  • Die Einrichtung beschäftigt eine Köchin, deren Gehalt aus den Mitgliedsbeiträgen des Verein finanziert wird
  • Beim Mittagessen ist es uns wichtig, dass eine Köchin zur Verfügung steht, die das Essen in der Einrichtung frisch zubereitet. Der Schwerpunkt liegt hier auf der Verwendung von Frischeprodukten, die wir vorzugsweise von ortsansässigen Lieferanten beziehen. Wünsche und Eßgewohnheiten der Kinder werden dabei gern berücksichtigt.          
  • Gesetzliche Bestimmungen erlauben Kindern in der "großen" Küche nur stark eingeschränkt tätig zu werden.
  • Bis auf Ausnahmen, z.B. eine Gruppe kocht selbst, gibt es für alle Gruppen die gleiche Mahlzeit.
  • Das Mittagessen beginnt in der Regel um 12.30 Uhr und wird in der Stammgruppe eingenommen. Eine Erzieherin begleitet das Mittagessen.
  • Der Beitrag für das Mittagessen beträgt z.Zt. 43,50 Euro pro Kind und Monat. Im Sonderfall kann das Mittagessen für´Kindergartenkinder auch befristet vereinbart werden. Der Tagessatz liegt zur Zeit bei 2,20 Euro. Die Beiträge werden monatlich erhoben. Die Abrechnung erfolgt, außer in befristeten Fällen, per Bankeinzug, 11 Mal im Jahr.

 2.2. Bewegungsbedürfnis
  • Die Kinder können sich, soweit die gesetzliche Aufsichtspflicht gewährleistet ist, frei und selbst bestimmt bewegen - drinnen und draußen.
  • Die Ausstattung der Einrichtung regt auf vielfältige Weise z. B. durch das großzügige Außengelände, die Bewegungsbaustelle/Turnhalle oder die Halle mit zweiter Spielebene, zur Bewegung an.
  • Wir haben das Ziel, altersgerechte, regelmäßig stattfindende Bewegungsangebote zur Förderung des Wohlbefindens der Kinder durchzuführen. Hierzu finden auch nachmittags einmal wöchentlich Projekte statt und die rhythmisch-musikalische Früherziehung.
  • Im Zeitraum von Spätherbst bis Frühjahr sind wir bemüht, diese Angebote mit Unterstützung von Honorarkräften zu intensivieren und auszuweiten.
  • Bewegungsspiele werden als Gelegenheit genutzt Dimensionen im Raum zu verstehen, zu benennen und zu zuordnen, z.B. unten/oben, hoch/tief, rechts/links, groß/klein, nah/fern, schnell/langsam. Des weiteren dienen sie der Schulung der Körperwahrnehmung und des gemeinsamen Miteinander.

 2.3. Ruhe und Erholungsbedürfnisse der Kinder  
  • Jedes Kind hat das Recht zu schlafen bzw. sich auszuruhen, wenn es müde ist.
  • Jede Gruppe verfügt über 2 - 3 Räume. Rückzugsmöglichkeiten, kleine Nischen, Liegemöglichkeiten mit Kissen und Decken zur Erholung werden nach Bedarf für und mit den Kindern geschaffen.
  • Kinder können sich gerade im Nachmittagsbereich individuelle Räume und Plätze zur Erholung schaffen und nutzen.
  • In der Ruhephase gibt es die Möglichkeit gewohnte Rituale, wie z.B. Musik und Geschichten hören und ruhiges Spielen und Basteln.
 
 2.4. Körpererleben
  • Unterschiedliche Räume ermöglichen ein lustvolles Körpererleben.Die Körperwahrnehmung der Kinder soll auch im Spiel gefördert werden, z.B. durch zeigen, verstecken, berühren, betasten, verkleiden, schminken, inszenieren und gestalten.
  • Im Außenbereich besteht die Möglichkeit mit Wasser, Sand und Erde umzugehen.
  • Die Erzieher unterstützen (im Gegensatz zu speziellen Sauberkeitsritualen) die Körperpflege der Kinder, unter Berücksichtigung ihres jeweiligen Alters und Entwicklungsstandes. Sie regen an und begleiten die Kinder beim Versuch, Selbständigkeit zu gewinnen (z.B. Gang zur Toilette, Reinigung und Pflege der Zähne, Sorge für die körperliche Sauberkeit).
  • Die Erzieher berücksichtigen und schützen die Pflegebedürfnisse besonderer Kinder (Säuglinge und Kleinkinder, Kinder mit geringen Handicaps, Kinder mit besonderen kulturellen Mustern, in besonderen Entwicklungsphasen).
  • Wir wollen die Körperpflege sowohl als lustvolle, als auch hygienische Erfahrung erlebbar machen.
  • Die Kinder sollen in der Einrichtung ihre kindlichen Sexualitäts- und Zärtlichkeitsbedürfnisse leben; dazu gehört auch, dass Orte und Gelegenheiten geschaffen werden, wo Kinder unbeobachtet sein können (auch zum Schmusen, für Doktor- und Hochzeitsspiele, Kinderkriegen.).
  • Die Erzieher reagieren positiv auf Liebes- und Zärtlichkeitswünsche der Kinder, denen sie mit Einfühlungsvermögen und Zuneigung begegnen. Zugleich ziehen sie eine Grenze zwischen erwachsenen und kindlichen Liebesbedürfnissen und respektieren die geltenden kulturellen Normen. Selbstverständlich beachten wir individuelle und gesellschaftliche Schamgrenzen und das Verbot von Sexualität zwischen Erwachsenen und Kindern. Gleichzeitig sehen wir uns in der Verpflichtung, einen regelmäßigen Austausch mit den Eltern zu führen.
  • Wissenstriebes verstanden und z.B. durch Gespräche, Bilder/Fotos, Zeichnungen, Lieder, künstlerische Gestaltung unterstützt werden. 

 3. Entwicklungsfördernde Gestaltung von Beziehungen
  • Durch pädagogische Einflussnahme fördern wir die Selbständigkeit, die Gemeinschaftsfähigkeit und die Solidarität der Kinder. Sie setzen an den bestehenden Bindungserfahrungen der Kinder an und entwickeln diese weiter. Dabei achten die Erzieher bestehende individuelle, soziale und kulturelle Unterschiede.
  • Kinder können Spiele und Materialien ohne die Hilfe von Erwachsenen erreichen und auswählen.
  • Kinder werden ermuntert, alltagspraktische Tätigkeiten möglichst selbstständig auszuführen (z. B. Tisch decken, Anziehen, Blumen gießen etc.).
  • Die tägliche Zeitgestaltung orientiert sich weitestgehend an den Bedürfnissen und am Tempo der Kinder.
  • Die Angebote der Erzieher achten und berücksichtigen grundsätzlich die kindlichen Interessen und Bedürfnisse in ihren vielfältigen Ausdrucksformen.
  • Es gibt viele Formen von Rückzugsmöglichkeiten in der Einrichtung, aus denen die Kinder frei wählen können.
  • Kontaktbedürfnisse und -bemühungen von Kindern werden erkannt und unterstützt.
  • Freundschaften unter Kindern, auch gruppenübergreifend, werden grundsätzlich respektiert und unterstützt.
  • Es gibt Treffen unterschiedlicher Neigungsgruppen bzw.   Bezugsgruppen (z.B. Stammgruppen), die wechselseitiges Wahrnehmen und das gegenseitige Kennenlernen von Kindern anregen und festigen.
  • Alltagsregeln (z.B. Schuhe wechseln, Hände waschen, Mitarbeit in der Küche, Verabredungen der Kinder) werden gemeinsam mit Kindern be- und abgesprochen. Sie orientieren sich an den Bedürfnissen des Einzelnen und den Bedürfnissen der Gemeinschaft.
  • Unstimmig- und Streitigkeiten sehen wir als Chance entwicklungsfördernder Identitätsfindung und als Anfang eines solidarischen Miteinanders. Die Kinder lernen Konflikte gewaltfrei auszutragen. Eigene Bedürfnisse durchzusetzen bzw. zurückzustellen.
  • Mit der Familie werden Gewohnheiten, Vorlieben und Abneigungen des Kindes erfragt und besprochen.
  • Für die Aufnahme der Kinder gelten flexible Eingewöhnungszeiten, die individuelle Ablösungsängste und Verselbständigungswünsche der Kindern und Eltern berücksichtigen.
  • Die Erzieher helfen Kindern, einseitige und starr erscheinende Bindungsmuster zu verändern und durch neue Beziehungserfahrungen zu erweitern.
  • Die Erzieher sind selbstverständlich an einem kontinuierlichen Kontakt mit den Eltern interessiert, der die Entwicklung des  Kindes thematisiert und begleitet.
  • Besondere Ausdrucks- und Verhaltensweisen auf Grund sozialer und kultureller Unterschiede (z. B. Ess- und Kleidungsgewohnheiten, weltanschauliche Rituale, Alltagskultur, Folklore) werden im Gruppengeschehen aufgegriffen und genutzt. Sie werden als Gelegenheit verstanden, Kindern eine besondere Anerkennung zu vermitteln und neue Sichtweisen auf unterschiedliche Kulturen und soziale Lebensverhältnisse zu eröffnen.
  • Kulturelle und individuelle Unterschiede werden in gemeinsamen Projekten thematisiert (Völkerverständigung, Minderheitsschutz, Sprachvielfalt, musikalisches Erbe, Migration, Heimatländer, Kinderrechte).
  • Wir stehen hilfreich zur Seite, um die individuelle Integration eines Kindes in den Alltag der Kindertageseinrichtung erleichtern.

4. Erfahrung und Lernen

Die Erzieher eröffnen den Kindern lebendige und sinnstiftende Erfahrungen im konkreten Alltag und in bedeutsamen Lebenssituationen. Sie orientieren ihre Arbeit an den Grundzielen Autonomie, Kompetenz und Solidarität. Sie geben Impulse und unterstützen damit die neugierige Suche der Kinder, Wissen und Können in neuen und überraschenden Zusammenhängen zu erwerben. Sensitive, musische, intellektuelle und motorische Fähigkeiten werden im sozialen Kontext gefördert. Dem Spiel und seiner Förderung kommt eine besondere Bedeutung zu. Als wichtige Erfahrung im Prozess des Älterwerdens, übernehmen Kinder Mitverantwortung in überschaubaren und für sie einsichtigen Arbeitsvorgängen und Situationen des Alltags.
  • Alltägliche Situationen im institutionellen Tagesgeschehen, z. B. Ankommen, Verabschieden, Essen, Schlafen, Kochen, Backen, im Garten spielen, werden in ihrer subjektiven Bedeutsamkeit für das einzelne Kind und in ihrer Wirkung auf das Zusammenleben mit anderen beachtet und gemeinsam mit den Kindern gestaltet.
  • Ausgangspunkt von Projektarbeit sind Fragen und Themen die Kindern, die sie interessieren und erforschen möchten. Erwachsene sind dabei Mitforschende in einem Prozess des Nachdenkens, Erlebens und Handelns.
  • Wir nutzen auch Möglichkeiten der Wissenserweiterung und das Sammeln von Erfahrungen mittels Institutionen und Personen außerhalb Kindertageseinrichtung (Exkursionen in Betriebe, Polizei, Feuerwehr etc.).
  • Der Rhythmus des Jahres (Feste und Jahreszeiten) wird bewusst und gemeinsam gestaltet.
  • Kinder werden in ihrem Bedürfnis bestärkt, mit allen Sinnen zu lernen. Dabei fördern die Erzieher die Vielfalt emotionaler, kognitiver sowie kreativer Ausdrucksformen. Die Kinder werden darin bestärkt, auf vielfältige Weise eigene Erfahrungen, Gedanken, Vorstellungen auszudrücken.
  • Verschiedene Medien (wie z.B. Bücher, Filme, Bilder, Musik, Theaterstücke etc.) werden eingebracht, um Kinder dabei zu unterstützen, Antworten auf ihre Fragen zu finden und die Welt besser zu verstehen.
  • Kinder werden angeregt, ihre fein- und grobmotorischen Fähigkeiten in einem bedürfnisangemessenen Freiraum zu erproben und eigenständig weiterzuentwickeln (allein und in Gruppen). Sie werden von dem Erzieher in diesem Lernprozess ermutigt und unterstützt.
  • Kinder bekommen Gelegenheit, ihre Kenntnisse und Fertigkeiten im Alltag zu erproben und anzuwenden (z. B. Umgang mit Geld, Einkaufen, Telefonieren, Bus fahren etc.)
  • Entwicklungsaufgaben werden für jedes Kind aktuell begründet, unterstützt und begleitet. Die Erzieher gewähren Zeit, ohne ständig und vorschnell einzugreifen. Sie achten darauf, Kinder zu fordern, ohne sie zu überfordern.
  • Die Erzieher nehmen die Fragen der Kinder auf und ihre Erklärungsversuche ernst. Sie achten ihre Denkleistungen und ermutigen sie, eigene Lösungen zu finden.
  • Es gibt eine Vielzahl frei zugänglicher Materialien - auch unkonventioneller, nicht vorgefertigter Art - die auf verschiedene Weise zu benutzen sind und die die Kinder zum eigenständigen Handeln und Behandeln anregen.
  • Die Erzieher beteiligen sich aktiv an Rollenspielen. Sie regen sie an, sie lassen sich darauf ein, übernehmen selbst Rollen und unterstützen den Spielverlauf mit Impulsen.
  • Es werden unterschiedliche Regelspiele angeboten. Ihr Schwierigkeitsgrad ist den Entwicklungs- und Altersunterschieden angemessen.
  • Die Kinder werden unterstützt in Wettspielen ihre Geschicklichkeit, Schnelligkeit, Kraft und ihren Einfallsreichtum mit Gleichaltrigen zu messen. Sie lernen, zu gewinnen und zu verlieren.
  • Die Kinder erhalten Einblick in die Arbeitsvorgänge, die sich innerhalb und außerhalb der Kindertagesstätte abspielen und können, wo es möglich ist, mitarbeiten.
  • Die Kinder übernehmen im Alltag verbindliche Aufgaben, die ihren Möglichkeiten angemessen sind und die sie eigenverantwortlich ausführen (Kochen, Saubermachen, Reparaturen ausführen, Garten- und Tierpflege, Telefondienst, Botendienste, Windeln wechseln etc.).
  • Im Alltag tragen die Kinder, z.B. durch Sortieren und Vermeiden von Müll, dazu bei, Umweltbelastungen zu reduzieren und somit Verantwortung zu übernehmen.
  • Sie werden dazu angeleitet, Rohstoffe wie Wasser Licht und Wärme zu nutzen, ohne sie zu verschwenden und als wertvoll zu achten.
  • Bei Ausflügen zum Naturschutzhof oder in Gesprächen mit dem Förster, erfahren die Kinder mehr über Umweltprobleme. Sie lernen auf diese Weise, dass man zur Erhaltung der Umwelt etwas tun kann und dass auch sie als Kinder einen Beitrag dazu leisten können.
  • Im Freien (auf dem Feld, im Wald, in einer Wiese) entdecken und erleben die Kinder das Abenteuer Natur.

5. Kinderkultur

Kinderkultur misst sich am Grad der Beteiligung von Kindern an den Entscheidungen des alltäglichen, wie des besonderen Geschehens in der Kindertageseinrichtung. Sie hängt ab von der Bereitschaft, Zeit und Raum für die Erprobung von Eigen- und Fremdverantwortlichkeit zu schaffen. Sie unterstützt die eigenständige Entwicklung der Kinder zur Selbständigkeit und zum Leben in der Gemeinschaft. Indem die Fachkräfte die Kinder ernst nehmen, ihnen vertrauen, sie partnerschaftlich, mitfühlend und unterstützend annehmen, ermöglichen sie das Entstehen einer eigenständigen Kinderkultur.
  • In der Kindertageseinrichtung wird gestritten und es gibt eine Streitkultur. Das heißt, Streit wird als normal angesehen, ernst genommen, nicht verharmlost und nicht überbewertet.
  • In der gemeinsamen Reflexion wird der Streit bewältigt.
  • Soweit diese vertretbar sind, haben Konfliktlösungsbemühungen von Kindern immer Vorrang.
  • Kinder erhalten Anregungen und Hilfen, um konfliktreiche Verhaltensweisen zu überwinden.
  • Strukturelle Konfliktanlässe (z. B. Bewegungsbedürfnisse von älteren Kindern während der Ruhephase von kleineren Kindern) werden problematisiert und es werden Lösungen mit Hilfe aller Beteiligten gesucht.
  • Kinder werden ermutigt, ihre Sicht der Welt, ihre Hoffnungen, Ängste und Visionen mit ihren eigenen Mitteln auszudrücken.
  • Die Einrichtung bietet den Kindern vielfältige Möglichkeiten, kreative Ausdrucksformen (musische, sprachliche, theatralische) zu entwickeln.
  • Es gibt ein Forum zur Veröffentlichung selbst produzierter Ergebnisse/Werke von Kindern (Ausstellungen, Dokumentationen, Videos, Gesprächsprotokolle etc.).
  • Kinder finden in der Einrichtung Verständnis, einschneidende Erlebnisse und Lebenserfahrungen im Spiel und in der Begegnung mit Fachkräften zu verarbeiten.
  • In Gesprächskreisen und Einzelgesprächen wird über schwierige Themen gesprochen, z. B. über Belastungen, die negative Verhaltensweisen für die Gruppe wie für einzelne haben können (Klauereien, Zerstörungen, Bedrohungen etc.)
  • Auf der Ebene der Kinder werden freundschaftliche Kontakte zu anderen Institutionen, Vereinen und Organisationen in der Umgebung gepflegt.
  • Kinder werden angeregt und unterstützt, aktiv an der Entwicklung oder Veränderung öffentlicher Kinderbereiche (z. B. was Spiel- und Sportbereiche oder sichere Wege betrifft) in Kooperation mit anderen Gruppen mitzuarbeiten.
  • Wir sind offen für Initiativen, Gremien, Projekte und Interessengruppen der Umgebung und unterstützen diese ggf. inhaltlich und organisatorisch.

6. Integration

Alle Kinder sind bei uns herzlich willkommen. Wir fördern intensiv den Kontakt und das Verständnis untereinander. Wir bieten insbesondere Hilfen zur Bewältigung erfahrener Benachteiligungen.
  • Wir begegnen allen, die uns besuchen mit Wertschätzung.
  • Die Einrichtung ist offen für kulturelle Unterschiede und ermöglicht Kindern und ihren Familien das wechselseitige Kennenlernen kultureller Gemeinsamkeiten und Besonderheiten.
  • Insbesondere leisten wir Vermittlungsdienste für verschiedene Bereiche.
  • Wir tauschen uns mit externen Fachkräften aus.

7. Bildungskonzept


Schulvorbereitung vom 1. Kindergartentag an!
Der Kindergarten ist eine Bildungseinrichtung mit gesetzlich verankertem Bildungsauftrag. Seit dem 01.08.2003 gilt eine Bildungsvereinbarung zwischen dem Land NRW und den Trägern von Tageseinrichtungen für Kindern, nach der wir unsere Arbeit richten. Die Bildungsarbeit umfasst verschiedene Bereiche, die in ihrer Gesamtheit der allseitigen Persönlichkeitsentwicklung der Kinder dienen. In der täglichen Arbeit greifen sie in einander, zu einer ganzheitlichen Förderung.

7.1.
 Sprache
7.2.  Wahrnehmung
7.3.  Bewegung
7.4.  Gestalten und Medien
7.5.  Mathematisches Grundverständnis
7.6.  Natur und Umwelt
7.7.  Hilfe zur Alltagsbewältigung
7.8.  Spiel- und Lernverhalten
7.9.  Soziale Kompetenzen
7.10.Humanistisches Weltbild

7.1. Sprache
Zur Sprachförderung gehören die Bereiche: Wortschatzerweiterung, Artikulation und Sprachfluss, Grammatik und Satzbau, sowie die Ausdrucksfähigkeit und das zusammenhängende Sprechen. Dem Spracherwerb kommt gerade im Vorschulalter eine besondere Rolle zu, der wir in unserer Bildungsarbeit entsprechend Rechnung tragen. In unserer Ausstattung findet sich ein großes Angebot an Spielen mit didaktischem Charakter, die dem Spracherwerb als Haupt- oder Nebenziel dienen und spontan oder gezielt zum Einsatz kommen. Des weiteren verfügt jede Erzieherin über ein großes, sich permanent erweiterndes Repertoire an Spielen, Liedern, Reimen etc., das dem gleichen Zweck dient.

Wortschatzerweiterung:
In Liedern, Gedichten und  Geschichten lernen die Kinder immer wieder neue Worte kennen, vor allem aber bei der Bearbeitung bestimmter Themen, wie "Ritter", "Bauernhof", "Mein Körper", "Gefühle" u.v.m. werden Begriffe geklärt und in den Sprachgebrauch der Kinder aufgenommen. Hier nutzen wir natürlich die den Kindern innewohnende Neugier.

Artikulation und Sprachfluss:

Auch hier eignen sich hervorragend Lieder, Reime und Gedichte. Besonders "Zungenbrecher", "Nonsens-Reime" und Geschichten zum Geräusche nachahmen mit der Stimme machen viel Spaß, dienen der Lautbildung und der richtigen Atmung. Sie finden vielseitigen Einsatz in unserer Arbeit.

Grammatik und Satzbau:

Neben dem Vorlesen und dem Erzählen von Geschichten ist das Gespräch wichtigste Methode. Als Vorbild durch kindgerechte, grammatikalisch und syntaktisch einwandfreie Ansprache, motiviert die Erzieherin die Kinder zum Antworten und Erzählen. In Gesprächen legen wir Wert darauf, Fehler der Kinder nicht zu verbessern, sondern als Nachfrage oder Bestätigung in korrekter Formulierung zu wiederholen.

Ausdrucksfähigkeit und zusammenhängendes Sprechen:

Die Kinder werden durch das Wiedergeben von Geschichten und eigenen Erlebnissen zum zusammenhängenden Sprechen motiviert. Sie haben die Möglichkeit auszusprechen und lernen ihrerseits anderen zu zuhören und sie aussprechen zu lassen. Bei der Erledigung kleiner Botengänge tragen sie ihr Anliegen verständlich vor. Im Spiel übernehmen sie Rollen, die sie auch sprachlich mit Leben füllen. Bei Darstellung verschiedener Rollen in Singspielen wird die Sprache unterstützt durch eine gewisse Theatralik, z.B. mit verstellter Stimme sprechen, Einsatz von

Mimik und Gestik:

In unserer gesamten Arbeit ist es uns ein Anliegen den Kindern viel Gelegenheit zum Sprechen, Austauschen, Zuhören und Unterhalten zu geben, als wichtigste Voraussetzung für einen erfolgreichen Spracherwerb.

Zusätzliche Angebote:

Erstmalig wurde im Kindergartenjahr 2002/2003 über einen Zeitraum von 6 Monaten an mehreren Tagen wöchentlich durch eine Kollegin unseres Hauses ein Sprachprojekt angeboten. Eine feste Gruppe, bis zu 10 Kindern mit besonderem Förderbedarf, wurden hier  intensiv betreut. Der Erfolg dieses Projekts hat uns bewogen es weiterhin anzubieten. Darüber hinaus gibt es seit Oktober  2003 eine AG "Englisch für Kinder", als zusätzliche Alternative für sprachbegabte Kinder.

Musikprojekt:

Richtet sich an alle Kinder und dient dem Erwerb musikalischer Grundkenntnisse in Einheit mit Bewegung, der Schulung von Rhythmusgefühl und Körpererfahrung, von Gemeinschaftssinn und differenzierter Wahrnehmung, sowie einer vielschichtigen Ausdrucksfähigkeit. Übergeordnetes Ziel dieses Projektes ist die Stärkere Integration musikalischer Inhalte in den pädagogischen Alltag der Gruppen.


7.2. Wahrnehmung
Wahrnehmung ist die Fähigkeit, die Umwelt mit allen Sinnen zu begreifen. Ziel ist es, die Kinder in ihrer Wahrnehmung zu fördern und zu sensibilisieren. Erste Voraussetzung hierfür ist unsere eigene differenzierte Wahrnehmung der Kinder und ihrer Befindlichkeiten, sowie der Transfer zum Kind, beginnend mit der morgendlichen Begrüßung.
Im Alltag:
  • die Kinder und Erzieherinnen der Gruppe kennen und erkennen
  • didaktisches Spiel- und Arbeitsmaterial zum Unterscheiden von Formen, Farben und Beschaffenheit
  • Lautstärke und Ruhe
  • Erprobung auf Eignung von Materialien für verschiedene Zwecke im Freispiel
  • Erleben von Umwelt und Natur auf Spaziergängen und im Außengelände
  • Körpererfahrung beim Spiel (schaukeln, wippen klettern) und im Umgang mit anderen Kindern (Kräfte messen, erkunden, streiten und versöhnen)
In Angeboten:
Bilderbuchbetrachtungen, Gesprächsrunden, Lieder, Reime, Bewegungs- und Ratespiele dienen auf unterschiedlichste Weise der Sensibilisierung der Kinder. Durch Gestalten und Darstellen sammeln die Kinder Materialerfahrungen, kombinieren, experimentieren und entwickeln ein Gefühl für Ästhetik. Beim Kochen und Backen werden neben sehen, hören und tasten, Geruchs- und Geschmackssinn besonders geschult. Bewegungsangebote dienen dem Körperbewusstsein, der Bewegungskoordination, der Raumwahrnehmung und –orientierung.

In Projekten:
Alle Angebote und Projekte dienen auch immer der Wahrnehmungsschulung.
  • Sport, Musik und  Tanzen
  • Sprachprojekte (Englisch und Deutsch)
  • Kochen und Backen
  • Experimentieren mit Wasser
  • Umwelt- und Gartenprojekt 

7.3. Bewegungserziehung
Dem natürlichen Bewegungsdrang der Kinder Rechnung tragend, räumen wir der Bewegungserziehung in unserem Haus einen großen Stellenwert ein, mit dem Ziel der altersgerechten individuellen Bewegungsförderung, der Ausbildung von Kraft, Geschicklichkeit, Reaktionsvermögen und Raumorientierung, der Stärkung von Mut, Selbstbewusstsein und Selbsteinschätzung, sowie der Schulung von Körpergefühl, Gleichgewicht Bewegungsdifferenzierung und Rhythmusgefühl. Hierzu finden die verschiedensten Angebote statt.

Im Alltag:

Wir bieten den Kindern Raum für Bewegung im Spiel, beim Aufenthalt im Freien und auf Spaziergängen. Durch ansprechende Materialien und gezielte Impulse geben wir Anregung zu grob- und feinmotorischen Tätigkeiten. Auch die Erziehung zur Selbständigkeit, an die wir die Kinder begleitend heran führen, setzt motorischer Fähigkeiten und Fertigkeiten voraus. Der Tag beginnt mit der Begrüßungsrunde und endet mit einem Schlusskreis, wo, neben Gesprächsrunden, Bewegungsspiele, -lieder und -reime angeboten werden.

Gruppenturnen:

Mit konkret auf die Kindergruppe abgestimmter Zielsetzung werden Bewegungsangebote gemacht und kontinuierlich aufbauend weitergeführt. Sie finden vormittags 1x in der Woche statt. Bei kompletter Personalbesetzung wird in 2 Gruppen geturnt (meist altersgetrennt). Ist die Gruppe nur einfach besetzt, turnen alle zusammen (evt. Ohne Umziehen).

In Projekten:

Intensive Förderung erfahren die Kinder im Nachmittagsangebot “Bewegung“, beim Kindertanz und im Musikprojekt.


7.4. Gestalten und Medien
Auf der Basis vielschichtiger Erfahrungen, Fähigkeiten und Fertigkeiten wollen wir Schöpfertum und Kreativität der Kinder wecken und die Fähigkeit entwickeln, eigene Lösungsstrategien zu finden. Möglichkeiten hierzu bieten sich beim Bildnerischen Gestalten, Formen, Bauen, Konstruieren und Basteln.

Bildnerisches Gestalten:
Wir bieten den Kindern eine Vielzahl von Möglichkeiten sich bildnerisch zu betätigen, im Umgang mit Wasser-, Finger- und Abtönfarbe, mit Schminke mittels Finger, Pinsel, Schwämmchen oder Stempel, sowie mit verschiedenen Stiften und Malkreiden. Ebenso vielfältig sind die zu gestaltenden Materialien wie: Papier, Holz, Stoff, Porzellan, Glas oder die eigene Haut beim Schminken. Die Kinder lernen die Verwendung verschiedener Hilfsmittel und Techniken. Sie erstellen Collagen aus verschiedenen Materialien, z.B. aus der Natur (Blätter, Steine, Nüsse etc.), können diese benennen und richtig zuordnen. Sie üben sich im Umgang mit Schere und Kleber und sammeln Erfahrungen über die Eigenschaften der Materialien.

Formen, Bauen und Konstruieren:

3-dimensionales Denken und taktile Wahrnehmung durch eigenes Handeln und Formgeben unterschiedlicher Materialien wie: Knete, Ton, Kuchenteig, Sand,  Pappmaché, Holz, Bauklötze oder Legosteine. Die Kinder erkennen und erfahren die Eigenschaften des Materials und schaffen fantasievolle Abbilder ihrer Wirklichkeit.

Basteln:

Die Kinder arbeiten mit Schere, Kleber, Papier und Pappe unterschiedlicher Art und Farbe, Wolle, Bast u.v.m.. Sie erlernen gestalterische Techniken und erwerben ästhetische Grundkenntnisse, in Kombination mit eigener Kreativität. Sie lernen Weben, Flechten und einfache Knoten-Techniken. Sie sind beteiligt an der Raumgestaltung und Dekoration unseres Hauses, der Gestaltung von Einladungen, Grußkarten usw. Mit vorgegebenen Formen, z.B. "Hämmerchenspiel", Holzsteckspielen und Mosaikpuzzle schaffen sie fantasievolle Gebilde.

In Projekten:

Zusätzlich zu täglichen Kreativangeboten bieten wir Projekte wie:
  • Kreativtreff
  • Nachmittagsangebote „Kunst“ und „Basteln“
  • Laternenbasteln
  • Schultüten gestalten
Medien:
Medien dienen der Festigung und Vertiefung von Kenntnissen durch visuelle und auditive Wahrnehmung und der Anregung der Fantasie. Darüber hinaus wird der ordnungsgemäße Umgang mit empfindlichen Material und technischen Geräten erlernt, sowie Achtung vor der Leistung der Urheber vermittelt. Im Kindergartenalltag setzen wir regelmäßig und gezielt folgende Medien ein: Bilderbücher, Bildkarten, Poster, selbst gestaltete Collagen, Computer, Hörspielkassetten, CD und Radio. Besondere Anlässen werden mittels Fotografien, Dias und Videoaufnahmen dokumentiert.


7.5. Mathematisches Grundverständnis
Umfasst die Bereich:
  • Mengen und Zahlenverständnis
  • Zählfertigkeit
  • Rechenfertigkeit und Logik
  • Raum-Lage-Beziehungen
Ziel der Förderung ist die Kinder zu befähigen Mengen zu erfassen, zu vergleichen, zu klassifizieren und zu zuordnen. Im Zahlenraum bis 10 lernen die Kinder Zahlen in gesprochener und geschriebener Form kennen und vor- und rückwärts zählen. Sie führen erste Rechenoperationen (Addition und Subtraktion) und erkennen logische Zusammenhänge. Die Kinder werden befähigt, sich im Raum zu orientieren, Raumlagen zu benennen und gelangen zunehmend zu einer realistischen Zeit-Orientierung.

Im Alltag:
Der Alltag bietet reichlich Gelegenheiten mathematisches Grundverständnis zu schulen, beispielsweise beim Tischdecken, Stuhlkreis stellen, durch Abzählreime, Lieder und Kreisspiele. Nicht zu vergessen das Freispiel, denn zunehmend organisieren die Kinder dies selbstständig und stehen vor Fragen wie: Wie viel Material benötige ich? Wie nutze ich den Raum, Wie viele Kinder spielen mit? Wie viel Zeit habe ich, usw. Darüber hinaus halten wir ein großes Angebot Didaktischer Spiele und Gesellschaftsspiele bereit.

In Angeboten und Projekten:
In zielgerichteten Angeboten wird schrittweise mathematisches Grundverständnis entwickelt,  den individuellen Voraussetzungen des Kindes Rechnung tragend. Aber auch in Angeboten und Projekten anderer Bildungsbereiche (Basteln, Bauen, Backen und Kochen, Sport, Musik und Natur) wird der mathematischen Komponente Rechnung getragen.


7.6. Natur und Umwelt
Umwelt:
 „Umwelt ist das Stück Welt, in dem wir uns bewegen“ Das Kind erlebt sich als Teil der Umwelt. Es lernt sich in seiner Umgebung zu orientieren  und sie sich „nutzbar“ zu machen.

Im Alltag:

Täglich erleben, erkunden und erfahren wir unsere unmittelbare Umgebung: den Gruppenraum, die Kindereinrichtung sowie Nachbarn und das umliegende Wohngebiet. Wir hantieren und experimentieren mit unterschiedlichsten Materialien und achten darauf die Umwelt nicht zu verschmutzen, z.B. durch „Müllrennung“.

In Angeboten
:
Bei Spaziergängen, Einkäufen, themenorientierten Ausflügen, lernen wir unsere Stadt und die nähere Umgebung zu Fuß, per Bus oder Auto kennen. Durch Verkehrserziehung werden die Kinder darauf vorbereitet, sich selbstständig im Ort zu bewegen.

In Projekten:
In speziellen AG`s wie „Knut’s Umweltbande, Schulkinderangebote, Theatergruppen ect. Erlangen die Kinder besondere Kenntnisse und praktische Erfahrungen zum Umwelt.

Natur:
Durch beobachten mit allen Sinnen, erleben, beschreiben, benennen und differenzieren, lernen die Kinder Jahreszeiten, Wetter, Flora und Fauna kennen. Sie erfahren von der Lebensnotwendigkeit einer intakten Natur, achten sie und erlernen den verantwortungsvollen Umgang.

Im Alltag:

Durch das tägliche ganzjährliche Spiel im Freien, ermöglichen wir den Kindern eine Vielzahl von Erfahrungen. Naturmaterialien finden phantasievollen Einsatz im Freispiel, beim basteln und Werkeln.

In Angeboten:

Auf Spaziergängen, themenorientierten Ausflügen, z.B. Bauernhof, Wald oder Zoo, spezialisieren wir die Naturkenntnisse der Kinder. Sie werden vertieft beim Basteln, beim Dekorieren der Gruppenräume, in Gesprächs- und Rätselrunden, durch Bilderbuch- und Diabetrachtungen, Experimenten und hauswirtschaftlichen Angeboten. Bei der Gartenpflege erleben die Kinder das Wachsen und vergehen in der Natur. Sie führen Wetterbeobachtungen durch und lernen sich entsprechend zu kleiden.

In Projekten:

„Knut’s Umweltbande“ und die „Waldameisen“ intensivieren Kenntnisse bestimmter Bereiche in Umwelt- und Tierschutz.


7.7. Hilfe zur Alltagsbewältigung
Ziel ist es , die Kinder zu befähigen, sich zunehmend selbständig im Alltag zurecht zu finden. Ritualisierte Tagesabläufe und Regeln, aber auch ein gutes Maß Freiraum,  sollen den Kindern dabei helfen.

Im Alltag:

  • Vermittlung und Übung von Techniken, beispielsweise beim An- und Ausziehen, Zähneputzen und beim Essen.
  • Schrittweises Heranführen an Selbstorganisation: durch Kennenlernen des eigenen Zeichens,
  • Erkennen der eigenen Sachen, später auch der anderen Kinder, Ordnung halten im Eigentumsfach und in der Garderobe, Orientierung im Gruppenraum,
  • Kinder lernen zunehmend ihre Wünsche und Bedürfnisse sprachlich zu äußern
  • Übertragen und Ausführen kleiner Aufträge über die eigene Gruppe hinaus
  • fürsorglicher und verantwortungsbewusster Umgang der älteren Kinder gegenüber den Jüngeren.
In Angeboten und Projekten:
  • Aufgaben mit zunehmenden Maß an Selbständigkeit lösen
  • Umweltprojekt: Verantwortung gegenüber der Umwelt
  • Tanzen: Kompetenz bei der Gestaltung zwischenmenschlicher Beziehungen
  • Sprache: Verbesserung der Kommunikationsfähigkeit
  • Sport: Verantwortung gegenüber dem eigenen Körper, Zunahme der eigenen Mobilität
  • Schulkindprojekte: Erlernen von Techniken zur Alltagsbewältigung und Selbständigkeit

7.8. Spiel- und Lernverhalten
Unser Ziel ist es die Ausdauer beim Spielen und Lernen zu entwickeln, die Fantasie anzuregen und die natürliche Neugier und Lernfreude der Kinder zu erhalten und zu fördern, Darüber hinaus wollen wir die Kinder bei der Findung eigener Lösungsstrategien unterstützen.

Im Alltag:

Der gesamte Tagesablauf ist diesen Zielen untergeordnet, von der Einrichtung der Räume über das Angebot an Spiel- und Arbeitsmaterial bis hin zur Struktur des Tages. Ausgewogenheit ist hierbei wichtig, anregendes Material ohne zu überreizen, zu über- oder unterfordern, Grenzen und Freiräume, Zeit - bestimmt und zur freien Verfügung. All dies wird immer wieder hinterfragt und neu abgestimmt.

In Angeboten:

An den Interessen und Bedürfnissen der Kinder orientiert führen wir Angebote durch. In einer Zeit von ca. 15-45 Minuten werden Lerninhalte vermittelt oder Fähigkeiten erworben bzw. gefestigt, die in klaren Lern- und Verhaltenszielen definiert sind und sich nach den individuellen Voraussetzungen des Kindes richten. Wichtig ist uns die Kinder zu motivieren, wobei wir uns ihre natürliche Wissbegier zu Nutze machen.

In Projekten:
Spezialisierte Wissensvermittlung und Fertigkeitsschulung einer bestimmten Thematik mit eindeutig formulierten Zielen. Projekte finden 1-2 mal wöchentlich statt, meist über einen begrenzten Zeitraum. Die Kinder melden sich für ein Projekt an, dass sie interessiert. In diesen Interessensgemeinschaften lernen sich auch Kinder unterschiedlicher Gruppen besser kennen. Sie finden meist im Nachmittagsbereich statt. In der Projektarbeit nutzen wir besonders die unterschiedlichen Interessen und Schwerpunkte der einzelnen Teammitglieder.
Aktuelle Projekte:
  • Englische Sprache
  • Deutsche Sprache
  • Kindertanz
  • Schulkindprojekt

7.9. Soziale Kompetenzen
Der Besuch einer Tageseinrichtung für Kinder heißt auch immer die Sozialkompetenz des Kindes fördern. Es leitet den Ablöseprozess vom Elternhaus ein, durch den Umgang mit Gleichaltrigen und Erwachsenen außerhalb der eigenen Familie. Hier begleiten wir die Kinder Schritt für Schritt, stärken sie in ihrem Selbstbewusstsein und vermitteln Techniken im sozialen Miteinander.

Im Alltag:

Erste Anforderung ist das positive Vorbild der Erzieherin, gefolgt von klar formulierten  überschaubaren logischen Regeln im Umgang miteinander. In der Auseinandersetzung mit dem Leben im Kindergarten, im Sammeln von Erfahrungen und in der pädagogischen Einflussnahme der Erzieherinnen liegen die Grundlagen zur Förderung des Selbstbewusstseins,  der Selbständigkeit und Befähigung zur Übernahme von Verantwortung für sich und für die Gruppe.

In Angeboten und Projekten:
In allen Angeboten und Projekten werden Ziele zur sozialen Kompetenz der Kinder verfolgt, entweder als Haupt- oder Nebenziel. Alles Wissen, Können und Lernen spielt sich im Kontext zu unseren Mitmenschen und der Umwelt ab und besetzt somit einen vordergründigen Platz in unserer Arbeit.


7.10. Humanistisches Weltbild
Wir lehren die Kinder die Wertschätzung von Mensch, Tier und Umwelt.
Im Alltag:
  • Die Kinder leben und erleben das Miteinander zu Kindern unterschiedlicher Herkunft, Kultur und Religion
  • beteiligen sich an der Pflege von Haustieren (Fische)
  • beteiligen sich an der Gartenpflege
  • sammeln Naturerfahrungen auf Spaziergängen und im Außenspielbereich
In Angeboten und Projekten:
  • Bilderbuchgeschichten
  • Didaktische Spiele
  • Rollenspiele
  • Lieder und Gedichte
  • Ausflüge und Theaterbesuche
Tanz-, Umwelt-, und Sprachprojekte dienen, wenn  auch mitunter untergeordnet, dem Ziel den Kindern ein humanistisches Weltbild zu vermitteln.